Kennst du das? Die Marke klingt überall anders …
Ich sehe es immer wieder: Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben keine einheitliche Markenstimme.
- Auf der Website ist der Tonfall seriös und förmlich.
- Auf Instagram wird es plötzlich super locker mit einer ganz anderen Bildsprache.
- In E-Mails klingt es dann wieder distanziert und austauschbar.
Das Problem: Inkonsistenz verwirrt KundInnen und schwächt deine Markenidentität.
Doch wenn deine Marke überall anders klingt, bleibt sie nicht im Gedächtnis. Wer Wiedererkennung und Vertrauen aufbauen will, muss seine Brand Voice über alle Kanäle hinweg klar definieren und konsequent umsetzen.
„Irgendwie klingt das nicht nach uns …“ – Wie du deine unverwechselbare Markenstimme findest
Hast du schon einmal einen Social-Media-Post oder eine E-Mail deines Unternehmens gelesen und gedacht: Das klingt irgendwie nicht nach uns? Die Worte passen, die Botschaft ist klar, aber es fehlt das gewisse Etwas.
Das Problem ist oft eine nicht definierte oder inkonsistente Brand Voice.
Viele Unternehmen investieren viel in ihr Corporate Design, aber vernachlässigen ihre Sprache. Dabei ist die Markenstimme genauso wichtig wie das visuelle Branding. Sie sorgt für Wiedererkennung, Vertrauen und emotionale Bindung.
In diesem Artikel erfährst du, was eine starke Brand Voice ausmacht, welche Bausteine sie braucht und wie du sie gezielt entwickelst.
Brand Voice vs. Brand Language – Wo liegt der Unterschied?
Zwei Begriffe werden oft verwechselt:
- Brand Voice: Die Persönlichkeit deiner Marke in Sprache. Sie bleibt konstant, egal ob du einen Newsletter schreibst oder auf Social Media postest.
- Brand Language: Die konkrete Umsetzung der Brand Voice. Dazu gehören Wording-Guidelines, typische Formulierungen, Satzstrukturen oder Tabu-Wörter.
Die Brand Voice ist das „Wer bin ich?“, die Brand Language das „Wie sage ich es?“.
Beispiel:
- NIVEA hat eine sanfte, vertrauensvolle Brand Voice – ihre Brand Language nutzt emotionale, positive Formulierungen wie „Liebe deine Haut wie dich selbst“.
- Oatly spricht frech, humorvoll und rebellisch – ihre Brand Language nutzt lockere, selbstironische Texte wie „The boring (but very important) side“, oder „Hey! Small print lover! This is for you“, wenn es um die Zutatenliste geht.
Die 4 zentralen Bausteine einer starken Brand Voice
1. Stil – Wie „spricht“ deine Marke?
Der Stil bestimmt, wie deine Brand Voice wahrgenommen wird. Ist deine Marke eher freundlich und locker oder seriös und sachlich? Inspirierend oder humorvoll?
Beispiele:
- IKEA: Locker, freundlich, humorvoll („Wohnst du noch oder lebst du schon?“)
- Apple: Minimalistisch, inspirierend, hochwertig („Think different.“)
- Dove: Empathisch, nahbar, bestärkend („Schönheit ist für jede Frau da.“)
Übung: Beschreibe den Stil deiner Marke in drei Adjektiven.
2. Wortwahl – Welche Begriffe gehören zu deiner Marke?
Jede Marke hat typische Wörter, die sie immer wieder nutzt – und Begriffe, die sie bewusst vermeidet.
Beispiel:
- Patagonia spricht nicht von „Produkten“, sondern von „Ausrüstung für AbenteurerInnen“.
- Ein nachhaltiges Unternehmen nutzt Worte wie „Verantwortung“ und „Umwelt“, aber vermeidet „Trend“ oder „Mode“.
Übung: Erstelle eine Liste mit bevorzugten Wörtern („Love-Words“) und Begriffen, die du vermeiden möchtest („Hate-Words“).
3. Tonalität – Wie klingt deine Marke in verschiedenen Situationen?
Die Tonalität beschreibt, wie deine Brand Voice in verschiedenen Kontexten angepasst wird. Die Persönlichkeit deiner Marke bleibt gleich, aber sie kann unterschiedlich klingen – je nach Plattform oder Situation.
Beispiel:
- Social Media: Locker, unterhaltsam, nahbar
- E-Mail an KundInnen: Persönlich, wertschätzend
- Pressemitteilung: Professionell, sachlich
Praxis-Tipp: Erstelle eine Tonalitäts-Matrix, die zeigt, wie deine Marke in verschiedenen Kanälen kommuniziert.
4. Emotion – Welche Gefühle soll deine Marke auslösen?
KundInnen kaufen keine Produkte, sondern Emotionen. Deine Brand Voice sollte gezielt Gefühle auslösen, die zu deiner Markenpersönlichkeit passen.
Beispiele:
- Coca-Cola: Freude, Geselligkeit, Lebensfreude
- Patagonia: Verantwortung, Abenteuer, Naturverbundenheit
- Nike: Motivation, Durchhaltevermögen, Ehrgeiz
Übung: Notiere drei Emotionen, die deine Marke auslösen soll.
Best Practices: Starke Brand Voices in Aktion
Oatly nutzt Humor, Ironie und Provokation – ob auf Verpackungen oder Social Media. Ihre Brand Voice ist jung, locker und unverblümt.
Dove spricht sensibel über Schönheit und Selbstliebe. Ihre Tonalität ist warm, bestärkend und einfühlsam.
Harley-Davidson setzt auf eine kraftvolle, selbstbewusste und raue Brand Voice, die genau zur Zielgruppe passt.
Frage dich: Welche Marken sprechen dich besonders an – und warum?
Übung: Analysiere deine aktuelle Brand Voice
Beantworte diese Fragen, um deine Markenstimme besser zu verstehen:
- Wie würde deine Marke als Person klingen? Locker, seriös, inspirierend, humorvoll?
- Welche drei Adjektive beschreiben deine Brand Voice?
- Welche typischen Begriffe nutzt du – und welche nicht?
- Wie verändert sich deine Tonalität in verschiedenen Kanälen?
Mein Tipp: Ein Brand Voice Manual hilft dir, Konsistenz in deiner Kommunikation zu gewährleisten. Verwende dazu KI-Tools wie ChatGPT.
Deine Brand Voice ist deine Identität – mach sie einzigartig!
- Eine starke Brand Voice sorgt für Wiedererkennung, Vertrauen und emotionale Bindung.
- Sie macht deine Marke menschlich und hebt dich von der Konkurrenz ab.
- Finde deinen Stil, wähle die richtigen Worte, passe deine Tonalität an – und erzähle Geschichten, die deine Zielgruppe berühren.
Welche Marken haben für dich eine unverwechselbare Stimme? Teile deine Meinung in den Kommentaren.
Lies dir auch gerne diesen Blogartikel dazu durch: https://claire-fahnenstich.eu/wie-eine-starke-brand-voice-euer-branding-transformiert/